Anker grund
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 1
der. Die Stelle wo man zu Anker gehen kann. Wenn der Grund daselbst die geeignete Tiefe hat, nicht zu weich (schliekig, s. d.) zum Festhalten des Ankers ist, wenn er rein, d. h. ohne Klippen ist, so heißt er guter Anker grund. — Es liegt auf der Hand, daß alles, was auf das wichtige Geschäft des Ankerns Bezug hat, in der Ged an ken welt und demgemäß auch in der gewöhnlichen Umgang prache des täglichen Lebens der Seeleute und Küstenbewohner auch am Lande eine große Rolle spielt. So ist der Anker das Sinnbild der Hoffnung geworden, auch bei Binnenländern, so spricht ein alter Seemann auch „am Wall‟, daß er irgendwo vor Anker gehe, so heißt es von einem ungeschickten Menschen, er sei wie ein Anker, der immer ins Wa er komme und doch nicht schwimmen lerne und im Fries is chen (vergl. Halbert sma, Lex. Fris.) wird das Wort Anker grund bildlich so gebraucht: „Lien him nat; daer is nin ankergroun‟, borg ihm nicht, er kanns nicht wiedergeben. — Im Mit tel alter (Seebuch, 1400) sagte man: „dar is gud anckerholt‟; ein Grund, der den Anker gut „hält‟.
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