Schnabel
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
der, meist in der Verb in dung Schiff chnabel, ist der vorderste Teil des Schiffes, wie Schnabel der vorderste Teil des Vogels ist. Schon bei den Alten hatte der Bug eine rostrumartige, geschnäbelte Gestalt, wie die column a rostrata hinlänglich beweist. Aus rostrum ist spanisch und portugiesisch rostro = Angesicht ent standen, wie es auch schon im Late in is chen bei Plautus und anderen Schriftstellern gebraucht worden war, als zwar volkstümliche, aber nicht unedle Bezeichnung. Bei uns wird Schnabel für Mund gebraucht, aber nur in verächtlichem Sinne. Der Seemann sagt von seinem Schiff lieber: „es steckt die Nase in den Wind‟ als: „es steckt den Schnabel in den Wind‟. — Das Wort gehört zu der in schnappen enthaltenen Wurzel snab.
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