Hütte

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
die, war lange Zeit der vornehmste Raum an Bord, auch auf Kriegschiffen, nämlich der Aufbau, das „oberste Stockwerk‟ des Hinterschiffes, also der Raum unter der Kampanje, wo die Kapitänskajüte und (die) Kammern der Offiziere waren. „Durchl. Seehelden‟: „Der gute Admiral Lieutenant Tromp ward als er von der Hütte gieng gescho en; da er niederfiel ward er wieder aufgehoben, und auf Ki en in der Hütte niedergeleget, und starb mit diesen Worten im Munde: Ich habe gethan, halt guten Muth, o Herr sey mir und diesem armen Volck gnädig.‟ Das hat sich inzwischen durch den veränderten Schiffbau geändert, man hört das Wort kaum mehr außer in Holland, aber auch da bedeutet es nicht mehr was es früher bedeutete, sondern nur „een verblyfplaats der stuurlieden en andere mindere bevelhebbers‟, also nicht grade das „Logis des Volks‟, aber doch auch nicht mehr die Kajüte des Kapitäns, sondern etwa Unteroffizierme e. Das geht auch aus dem wahren Sinne des seemännischen Sprichworts hervor, das Lüpkes, „Seemann prüche‟ S. 44 angeführt: „Als het in die Kajuit regent, dan druipt het in de hut.‟ Das heißt aber nicht bloß, daß, wenn die Höheren leiden, die Niederen in Mit lei dens chaft gezogen werden, sondern daß es diese in verstärktem Maße trifft, wie man sagt „Aus dem Regen in die Traufe kommen‟; die Meinung ist die: Wenn der Kapitän den Steuermann in die Kajüte bittet und ihm da etwas vorhält etwa mit den Worten: „ich muß doch bitten‟, so gibt der diese „Bitte‟ mit einem saftigen Donnerwetter weiter an die Leute in der Hütte. j.
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