Pijacket
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 6
Pea jacket , Pijacke . Der kurze Überzieher der Mannschaften, die bei der Kaiser lichen Marine dienen, den sie, auch wenn sie ausgedient haben, mit anderen (Civil-)Knöpfen besetzt gerne noch weiter tragen. Die letztangeführte Form (Pijacke) ist die einfachste und richtigste zugleich; hat auch den Vorzug die deutsche ste zu sein. Schon Ende des 14. Jahrhunderts kommt im Span is chen un jaque de sed a vor, eine seidene Jacke. Neuspanisch jaco, italienisch giaco, französisch jaque, niederländisch jasje, zoort van seemannsjas. Ums Jahr 1358 soll, nach Ducange, zu Beauvais ein Häuptling gewesen sein mit Namen Jaque, der, wenn er zum Kampfe auszog, einen kurzen Oberrock getragen habe; daher das zweite Wort in der Zusammensetzung. Das erste, Pi, bedeutet ebenfalls Jacke. Die fremde unverstandene Bezeichnung Jacke genügte dem deutschen Küstenbewohner nicht für das bald heimisch gewordene Kleidung tück, (die Häuptlinge auf den Siegeln des 14. und 15. Jahrhunderts tragen bis auf die Knie gehende Röcke) darum verbanden sie sie mit dem altgewohnten Worte für Rock py, pye, welches heute noch in Ostfriesland pe, peje, pei, pi heißt und einen kurzen Unterrock von rauhem, grobem Tuch bezeichnet; in Bremen pye, pey, pige, pikke, pike, eine Jacke, ein warmes Unterkleid von Flanell; in Holland pij, pije, in Nordfriesland pie, pei, Rock. Aus dem Griechischen durch das Go this che zu uns gekommen, indem baite, Hirtenrock, Bauernkleid aus Ziegenfell, zu paid a wurde; angelsächsisch ped a, Untergewand; mittelhochdeutsch pfeit, Hemd, hemdähnliches Kleidung tück; nie der deutsch pede, nach Schwund des d kontrahiert zu pee, pe mit einem leichten Anklang an das auf dem Wege ins Nie der deutsche zurückgedrängte i, woraus dann leicht das einfache pi werden konnte. Pijacke ist demnach ein Jackenrock, oder vielmehr eine Rockjacke. In Groningen heißt es piejekker, aber auch molvanger, monkie (auch bei uns manchmal zu hören) schort, twiefelder, twiefeloar und, mehr deutlich als fein, vreischieter. — Zu bemerken ist, daß die Handelsmatrosen das Kleidung tück nicht etwa von der Kriegsmarine überkommen haben. Umgekehrt; und in Holland ist es sogar so eingebürgert, daß der Dichter Vondel es nennen kann: „Een dracht, die sterven zal, wanneer de schipvaert sterft.‟ — Ziemlich spät erst ist im Deutschen Jacke mit Pi verbunden worden. In den gerichtlichen Inventarien, die in Wismar während der Jahre 1438 bis 1547 auf genom men worden sind, kommt für Rock das Wort pyge ohne Verb in dung mit Jacke vor. Dafür ist es aber eine andere Verb in dung eingegangen und heißt szepyge, also See rock, Seewamms; vielleicht das was man heute Lootsenjacke oder Seelenwärmer nennt; irgend etwas Warmes, Gefüttertes, denn der Schreiber der jenes Inventar aufnahm hat es mit „rot foderhemmede‟ verdeutlicht, rotes, gefüttertes Hemd. — Pijacket ist n., Pijacke f.
Readham'da tam maddeyi gor →