Kabel
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
das, ist ein starkes Tau, früher anstatt der jetzigen Ankerkette als Ankertau gebraucht, eine Tro e, Kabeltro e; jetzt be sonders wichtig unterseeisches, transatlantisches Telegraphenkabel. — Lübeckische Chronik: „dat groteste schip konden se nicht weg bryngen, wente syn kabel was gehouwen.‟ Ein Tanz der Matrosen hieß kabeldanz, Renner, Brem. Chron.: „Dar dantzeden de boetslude den kabeldantz etlicke mahl, welches den commi arien seltzam was, doch woll gefell.‟ — Der Teuthonista schreibt: „cabel = lyn, reep, seel, to vo dair mede men eyn schyp an dat lant vestiget offte merret.‟ Die Form cabel erinnert durch das c an den Ursprung des Wortes, griechisch kaplion; lateinisch capulum, caplum, abgeleitet von capere, fa en, halten. So ist das Wort schon vor bald 13 Jahrhunderten erklärt worden. Isidor von Sevilla, geb. 560, gest. 636 n. Chr., der die West go then in Spanien zur katholischen Kirche zu bekehren suchte, und der das große Verdienst hat der german is chen Welt durch seine schriftstellerische Tätigkeit die kla ische und patristische Gelehrsamkeit überm it telt zu haben, de en Werke auch das ganze Wi en jener Zeit enthalten, hat zwar nicht die ihm nachgesagten „Pseudo is i doris chen Dekretalen,‟ wohl aber ein großes Werk „Origines s. Etymologiae‟ geschrieben, eine Art Encyklopädie. Da lesen wir: „capulum fun is a capiendo.‟
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