Log
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
das, ein flaches Brettchen wie ein Quadrant gestaltet de en Radius etwa 15 cm mißt; es ist eine Leine daran befestigt, die Logleine , die über eine Rolle, Logrolle , läuft. Loggen heißt mit Hilfe dieses Logs, dieser Loggvorrichtung, die Fahrt des Schiffes me en, indem man das Log ins Wa er wirft, das Logglas , eigentlich Loggglas, d. i. eine kleine Sanduhr, umdreht, die Leine eine von dem Glase angegebene bestimmte Zeit ablaufen läßt von der Rolle und dann an den Knoten der Leine abliest, wie viel Knoten das Schiff läuft, d. h. wie viele den Knoten entsprechende Seemeilen in der Stunde. — Edward Wright hat zu London 1599 ein Werk unter dem Titel: „the Haven-finding art‟ herausgegeben, in dem die erste Beschreibung, in dem auch zum ersten Male der Name Log zu finden ist. Darüber schreibt Roeding (1794): „Der Verfa er dieser Beschreibung, oder der Erfinder dieses Instrumentes ist nicht bekannt; auch findet man nicht eher wieder davon Erwähnung, als in der Beschreibung einer Reise nach Ostindien, vom Jahr 1607, welche Purchas herausgab, nach dieser Zeit aber wird in mehreren Reisebeschreibungen davon geredet, und es scheint auch von Ausländern allgemein an genom men worden zu sein; es erwähnt de en z. E. Günter 1623, Snellius 1624, Metius 1631, Ought red 1633, Her i gone 1634, Salt on stall 1636, Norwood 1637, Fournier 1643, und fast alle neueren Schriftsteller, die von der Navigation geschrieben haben. Es ist dieses Instrument jetzt noch eben so beschaffen, als wie es erfunden wurde, ungeachtet man verschiedene Versuche gemacht hat, da elbe zu verbe ern, oder es durch andere Erfindungen ganz zu entbehren.‟ — Die Erfindung dürfte also in England gemacht sein; dah in deutet auch der Name, denn Log ist das englische log, das einfach ein Stück Holz heißt. Ursprünglich war also von der Form eines Kreisau chnittes für das Brettchen keine Rede, es war das Log überhaupt kein (weil unten beschwert aufrechtstehendes) Brettchen, sondern ein beliebiges Stück Holz an das die Leine befestigt war. — Das Loggbuch ist das Schiffstagebuch, in welches der Offizier der Wache alles Bemerkenswerte einträgt sobald die Wache vorüber ist. Die Benennung geschieht a potiore, weil die richtige Eintragung der richtig geloggten Fahrt, d. h. der während der Wache zurückgelegten Strecke, eine sehr wichtige Sache ist. In der „Beschriving von der Kunst der Seefahrt‟, Lübeck 1673 wird das ursprüngliche Stück Holz schon „ein hölzernes Schiffchen oder dreieckig Brettchen‟ genannt: „By etliken wert de wech, so dat schip aver see maket, mit ein gemarckede Lin, welckes dorch ein holten schepigen offt drehuckig bretien wert utgedreven, gefunden und affgemeten, welckes averst veel belemmeringe an sich heft und by nacht nicht wol tho dohnde ys.‟ Es ist aber trotz der Belemmerung heute auch noch nichts Be eres erfunden. — Lucas Janszoon Waghenaer im „Spiegel der Zeevaerdt‟ empfiehlt schon damals, 1588, die Einrichtung einer Art Loggbuches: „Item tis oock goet dat een Stuerman alle morghens ende auonts by gheschrifte stelle oft dve stellen, wat coursen hy ghezeyelt ende behouden heeft, op datmen daer nae inde Caerte af steecken ende ouerslaen mach, hoe de hoecken ende canalen van hem syn legghende.‟
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