Dirk

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
die, hieß früher auch das Piekfall der Besansgaffel, jetzt heißt so nur noch die Be sans dirk oder Besansbaumdirk, kurzweg auch Baumdirk, neuerdings auch Besanstoppnant oder Baumtoppnant genannt, das Tau mit dem der Besansbaum aufgetoppt, oder wie man wegen der Dirk sagt, aufgedirkt wird. Dirk als Abkürzung von Diet rich ist ein im Gebiet der deutschen Seemann prache sehr verbreiteter Vorname. Auch der falsche Schlü el Diet rich heißt hier Dirk, und ein Schloß mit einen solchen öffnen nennt man dirken. Irgend einen Zus am men hang zwischen diesem Dirk und der seemännischen Dirk habe ich vergeblich gesucht. Daß Spitzbuben hinter Diet rich, dem beliebten Vornamen, ihr Diebeswerkzeug in der Gaunersprache zu ver bergen suchen, beweist Kluge dadurch, daß der falsche Schlü el auch Peter chen und Klaus genannt wurde. Man findet das begreiflich, weil sie das Ding nicht beim rechten Namen nennen durften. Aber warum sollte dies auch bei der Baumtoppnant der Fall sein?  —  Wir mü en uns daher an der we i tig umsehen. Die Dirk, sei es als Piekfall, sei es als Baumdirk, dient zum Auftoppen, man zieht also etwas dam it in die Höhe. Es mag daher der Begriff „ziehen‟ in Betracht kommen, der in dem nie der deutsch-niederländischen Zeitwort trecken steckt; es hieß dieses im Got is chen trikan. Davon konnte leicht ein Subs tanti vum trik gebildet werden. Da aber das vor german is che Thema zu trikan darg ist, so mag trik auch drick gesprochen worden sein; drik aber konnte leicht, schon in Erinnerung an darg, aber auch sonst durch Meta the lis leicht zu dirk werden, so daß die Dirk also ein Ziehding wäre. Das sind freilich alle Taue, aber warum soll nicht wenigstens eins davon von Ziehen den Namen haben?  —  Unter den vielen Bedeutungen die das englische trick hat ist auch eine im Sinne von „Zug.‟
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