Bottelier

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
der. Der Unteroffizier der den Proviant an Bord zu verwalten hat, also eine sehr wichtige Persönlichkeit, was schon daraus zu erkennen ist, daß er sich nicht Botelir sondern Bottelié nennen läßt, als ob es französisch wäre. Und es ist doch gut deutsch. Im Althochdeutschen hieß der Bottich botacha, mittelhochdeutsch botige; davon kommt butiglaere, büttiglaere, putigler, der Schenk, Mundschenk. Von Bottich kommt Bütte, von Bütte als Verkleinerungsform Buttel (Buddel), nie der deutsch Bottel, und hiervon kommt Bottelier, nur daß im seemännischen Gebrauch die verengte Bedeutung wieder erweitert ist, daß man nicht bloß an Flaschen, sondern vor allen Dingen an Fä er denkt, auch wenn sie gar kein Getränk, sondern Fleisch oder Butter oder Hartbrot enthalten. Noch mehr ist der Begriff in Westfalen erweitert, wo eine Magd, die auf größeren Gütern für das Bier und die Wäsche des Gesindes sorgt, Buddeliersche heißt, während anderseits der Kellermeister des Abtes von Werden den Titel buttelierer führte.  —  In Holland haben sie ein Sprichwort, das läßt tief blicken. „Als kok en bottelier zamen kyven, hoort men, waar de boter gebleven is.‟ Lüpkes hat das übersetzt: „Wenn Koch und Kellermeister mit einander streiten, zanken, hört man (durch ihre wechselseitigen Vorwürfe), wo die Butter geblieben ist.‟ „Kellermeister‟ ist, da es selbst das vornehmste Schiff bis jetzt noch nicht zu einem Keller gebracht hat, sehr kühn angewandt, wahrscheinlich in Erinnerung an das andere Sprichwort: „Da weiß kein Mensch, wer Koch oder Kellermeister ist.‟ Es hätte sehr wohl Bottelier können stehen bleiben, denn das Wort ist unter den Lesern der „Seemann prüche‟ allgemein bekannt.  —  In seinem großen Werke über Japan erzählt der Deutsche Kämpfer, der aber sein Buch holländisch herausgegeben hat, der erste Taikun Taikos am a sei in seiner Jugend Bottelier bei einem japan is chen Edelmann gewesen.
Readham'da tam maddeyi gor →