Talje
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
die, ist ein an Bord völlig unentbehrliches Werkzeug, ein Flaschenzug, der oben einen zweischeibigen (Violin-) Block und unten einen einscheibigen Block hat. Die beiden Blöcke sind durch ein Tau verbunden, das, da es über die Scheiben der Blöcke läuft, Läufer heißt, Taljenläufer. — So wie die Talje sich zunächst dem Auge darstellt, nämlich in unbenütztem Zustande, sind die beiden Blöcke noch zusammen, so daß sie wie ein Ganzes au ehen, das in der Mitte einen Einschnitt hat. Von diesem (allerdings nur scheinbaren) Einschnitt kommt der Name. Man kann auch an den Einschnitt denken, der den Violin block in zwei (ungleiche) Teile teilt. — Französisch heißt der Schneider bekanntlich tailleur, der Einschnitt taille, einschneiden, schneiden tailler; italienisch taglia, spanisch taj a, tall a, portugiesisch und provençalisch talha = Schnitt, Einschnitt, Wuchs. Das geht alles auf das late in is che talea = abgeschnittenes Stück zurück; (daher auch Detail und Talon). Kilian hat talie = incisura. Niederländisch (1702) taalie. Da die Franzosen den Flaschenzug nicht taille sondern pal an nennen, so scheint Talje direkt aus dem Mittelmeer ins Nie der deutsche getragen worden zu sein; gewiß schon früh, denn solch ein hand liches und brauchbares Hilfsmittel werden sich die fries is chen Kreuzfahrer sicher nicht haben entgehen la en.
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