Bollwerk
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
das, kommt in der Seemann prache nur im Sinne von „hölzerne Brücke‟ vor, aus Pfählen und Bohlen entlang einer Mauer, einem Wall oder Damm als Liegeplatz für Schiffe erbaut, oder auch ins Wa er hinausgebaut zum (vorübergehenden) Anlegen von Schiffen. So leidet es keinen Zweifel, daß das Wort von Bohle kommt. Schon im „Seebuch‟ 1400 lesen wir: „unde van Nergeden to Revele achter dat bolwerk, dat sind dre weke seys.‟ „dat Kors ist ost.‟ („weke sees‟ ist ein noch zweifelhaftes Wegemaß zur See aus jener Zeit.) Aus dieser Seg elan we i sung ersehen wir, wie sehr die Hansa auf gute Hafenanlagen bedacht war. — Das deutsche Wort drang als boulevard ins Französische; es war also von den Leuten zu Mainz doppelt Unrecht, daß sie anfänglich ihre schönste neue Straße Boulevard genannt haben. — Von Bollwerk kommt ein Zeitwort bollwerken, das ein Bollwerk machen bedeutet, figürlich aber für schwer arbeiten, scherzweise auch als verbollwerken für verarbeiten, bewältigen, verprügeln gebraucht wird.
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