Hals

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
der, Mehrzahl die Halsen; so hei en die unteren Ecken der Untersegel und die vorderen Ecken der Stagsegel, Schratsegel und Boot egel; so heißen auch die daran befestigten Taue mit denen die Untersegel nach vorne geholt werden und (an der Luvseite) ste if gesetzt werden, (während die an gleicher Stelle angebrachten Schooten das Segel nach hinten zu festhalten). Bei Besansegeln, Stagsegeln etc. etc. wird der Hals allerdings „geholt‟, aber die Vermutung Breusings, der Name des Halses käme von diesem Holen oder Halen, ist doch nicht nahe liegend genug. Jedenfalls liegt die gewöhnliche Bedeutung von Hals viel näher und genügt zur Erklärung vollständig. Der Hals bildet ja nicht bloß das kürzere oder längere bewegliche Verbindungsglied zwischen Kopf und Schultern, sondern auch an leblosen Dingen das dünne, lange, grade oder gebogene, vorgestreckte Ende; man denke an den Hals einer Flasche, einer Kanne, eines Ankers. Und das Tau am Hals des Segels dürfen wir um so eher Hals nennen als ein mittelhochdeutsches Halse auch ein Tau bedeutete, nämlich den Strick, die Leine (oder den Riemen) der Leithunde, der ihnen, um sie zu führen, um den Hals gelegt wird. Das ergibt ein ganz ähnliches Bild. Im Angelsächsischen ward der Bug sehr sinnreich und treffend, namentlich bei der damaligen Bauart des Vor stevens, heals genannt; dichterisch (Beówulf) fâmig-heals, auch flota fâmig-heals, das schaumhalsige Schiff; jedenfalls schöner wie fàmig-bord, Schaumbord.  —  Das Auge, (die Öffnung, das Loch im Segel) durch welches bei Gaffelund Topsegeln der Hals am Mast befestigt wird, heißt Halsauge . Die Öffnung in der Bordwand  —  sei es an Steuerbord, sei es an Back bord  — durch welche der Großsegelshals in das Schiff führt, heißt Halsgat ; dieses liegt, wenn die Rahen beim Winde gebraßt sind, lotrecht unter der Nock der Großrahe.
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