treiben
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
Das bekannte Lied: „Treibe, treibe, Schifflein treibe!‟ klingt ganz nett im Salon; im seemännischen Sinne ist treiben keine angenehme Bewegung, sondern bedeutet allemal etwas das man lieber nicht sähe. Ein Schiff treibt, wenn es nicht von Dampf oder Segel sondern von der Gewalt eines Sturmes in Bewegung gesetzt wird. Es treibt „vor Top und Takel‟ wenn der Sturm so schwer ist, daß es keine Segel führen kann. Es treibt „vor Anker‟ wenn die Anker im Sturm nicht halten, das Schiff also trotz der Anker in Bewegung gerät. Es ist dann oft so gut wie unlenkbar und allen möglichen Gefahren preisgegeben. Ein Schiff treibt ab, wenn Strom oder ungünstiger Wind es von seinem Kurse abdrängen.
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