Faden

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
der, da elbe wie Klafter, ein Maß von 5-6 Fuß; bedeutet, ebenfalls wie Klafter, ursprünglich Umarmung mit beiden a us gest reck ten Armen. Beide Wörter sind als Maß ähnlich gebildet wie Elle von (Ellenbogen) Elbogen. Be sonders bedeutet Faden eine Schnur, eine Faser zu einem „Faden‟ gedreht, die so lang ist, daß sie von der Hand des einen a us gest reck ten Armes zu der Hand des anderen a us gest reck ten Armes reicht. Noch im 17. Jahrhundert fadem, englisch fathom, in deutschen Mundarten Fadem. Althochdeutsch fad am, beide a us gest reck ten Arme, angelsächsisch fädm, die umspannenden Arme, Umarmung, daher Macht, Schutz, Busen, Schooß. Edda: fadmr, die ausgebreiteten Arme; gotisch fah an, fangen, umfangen; griechisch petannymi, a us brei ten. Vom late in is chen patere, offen stehen, sagt Kluge, daß es schon „weiter abseits‟ liege; also entfernte Ver wan dts chaft.  —  Das französische bra e hat genau die Bedeutung unseres Wortes Faden: die Entfernung der beiden Arme (bras), wenn sie ausgestreckt sind.  —  Meist wurde Faden als Tiefmaß gebraucht. Waghenaer 1588 bemerkt einleitend zu seinen Seekarten: „Tcyfer ghetal gestelt ontrent alle Havenen, Riuiren, Stroomen, Canalen binnen ende buyten inde zee, oock op de ondiepten ende sanden, be tee kent hoe veel vadem dese plaetsen diep zyn... alles met half vloet.‟  —  Doch gebraucht derselbe Waghenaer Faden auch für Bezeichnung einer Entfernung: „Item een myle buyteu de Clippen van Obenrack leyt een rudtse (Fels) onder 't water, ist dat ghy laueren moet tu chen die Fours ende Obenrack, so comt de voors. rudtse niet naerden dan veertich vadem, West zuydtwest ende Zuydtwest vande seuen Eylanden, comt den lande niet naerder dan op veertich vadem.‟
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