Revier

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
das, ist das Fährwa er in einem schiffbaren Flu e. Es ist also ganz überflü ig Flu revier zu sagen. Diese nähere Be stim mung ist zu Revier nur hinzugefügt worden, weil in verschiedenen hochdeutschen Verb in dun gen, wie z. B. Jagdrevier,Forstrevier, Revierförster, und auch für sich allein stehend das Wort Revier die Beziehungen zu Fluß, die es ursprünglich bes aß, verloren hat. Es kommt von rivière, Fluß; dann Gegend am Fluß, also Ufer; dann Gegend am Ufer, und zuletzt einfach Gegend, Bezirk. Mittelhochdeutsch rivier, und so meist auch mit tel nie der deutsch, die zweite Silbe mit sehr langem i, fließendes Wa er, Fluß, Strom. Die For men revier, rivier, rever wechseln mit einander. Es ist zu beach ten, daß seemännisch nicht jedes fließende Wa er, sondern nur das schiffbare Revier heißt. In den „durchläuchtigsten Seehelden‟ (1681) wird von einer holländischen Gesandtschaft nach England aus dem Jahre 1664 berichtet. Der Gesandte, Herr von Goch, „hatte noch denselbigen Abend geheime Audientz bei dem König, da anfänglich nichts als allerley Freundund Höfflichkeiten vorgiengen. Aber Se. Majt. fiel zum ersten auf die Sachen der Ostund West-In disc hen Compagnie davon er unter anderen Reden sagte: Es wäre unerträglich, daß die West-In disc he Compagnie mit etlichen wenigen Vestungen, und einem Schiffe drey oder viere (drei oder vier Schiffen), ohne fernere Besitzung einiges Landes die gantze African is che Küste mit derselben Rivieren und Strömen unsicher machen und andern den Handel alle verhindern und in com modi ren solte.‟
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