Trosse

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
die, auch Troß, ist ein be sonders dickes, starkes, langes Tau aus Hanf, Manilahanf (dann auch Manilaleine genannt) oder Draht, das zum Verholen von Schiffen und auch sonst überall da gebraucht wird, wo viel zu halten ist, z. B. wenn ein Schiff sich an ein Bollwerk legt.  —  Das Wort kommt im Mittelniederdeutschen für ein Tau vor, das außerhalb des Wa ers gebraucht wird, wie es im Lübischen Zunftrecht heißt: „Vorthert warckgarne dat schal nen reper slan tho kabellen, to water tho wen, anders nergent to men tho tro en.‟  —  Nie der deutsch  —  ostfriesisch  — niederländisch versteht man unter tros, tro e ein Bündel oder Büschel von Beeren; Weil and: „tros = een bundel van onderling vereenigde dingen: een groote tros druiven.‟ Die Bedeutung vereinigt sich mit der Tro e der Seem anns chaft in dem Be griffe binden, zus am men bin den. Daher mittelhochdeutsch tro en = packen, Gepäck zus am men bin den und aufladen (woher Troß, Troßknecht). Neufranzösisch trou er, altfranzösisch torser, provençalisch tro ar, italienisch torc i are: zusammendrehen, festbinden, vom late in is chen torquere. Mittellateinisch tro a, das Heubündel, Strohbündel, spanisch troza, Seil zum Binden.
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