Kahn

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
der, ein in der Seemann prache  —  außer im Scherz anstatt Schiff —  nicht gebräuchliches Wort für Boot, be in a he au chließlich auf Binnenseeund Flußboote beschränkt, (wie z. B. am Rhein außer den zahlreichen Lands tellen für die Dampfer es auch noch viele „Kahnstationen‟ gibt, auf denen ein Kahn läng eit des stop pen den Dampfschiffs kommt). Das würde aber an sich noch kein Beweis gegen die behauptete Abstammung von dem west in disc hen Worte canoe sein, da das Wort doch in allen Küstenländern der Nordsee zu Hause ist, wenn nicht das Wort schon vor der Entdeckung Amerikas bekannt gewesen wäre. Nun kommt aber in einer Lübecker Urkunde vom Jahre 1342 die Stelle vor: „nemen enen kanen gheladen mit vser borgher gude.‟  — Mittelniederländisch kaen, neuniederländisch kaan, auf Wangerooge kunne; altnordisch kani und wohl von hier aus durch die Normannen ins Altfranzösische getragen als cane, neufranzösisch canot, denn wenn es dah in direkt aus dem Late in is chen gekommen wäre, so würde von canna die altfranzösische Form canne lauten. Wir mü en daher für die Erklärung im German is chen bleiben. Da nun im Isländischen kaena sowohl Fisc her boot als auch Schöpfgefäß genannt wird, diese beiden aber in ihrer einfachsten, ursprünglichen Gestalt aus ausgehöhltem Holz be standen, der Kahn aus einem hohlen Stamm, und das Schöpfgefäß ( die Kanne ) aus einem hohlen Ast, so ist als gemeinschaftlicher und ursprünglicher Begriff der von „ausgehöhlt, hohl‟ anzunehmen, und die Wurzel khan, von der dann doch auch lateinisch canna und canal is kommen, so daß also, wenn auch auf Umwegen, Kanal und Kanone und Kanne und Kahn ver wan dts chaft lich zusammenkommen, mit dem Familienmerkmal des Hohlen, des mit Kunst Ausgehöhlten, Ausgegrabenen.
Readham'da tam maddeyi gor →