Bugspriet

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
das, eine Art Mast, nur daß er nicht aufrecht steht, sondern im Winkel geneigt über den Bug hinausragt. Spriet heißt eigentlich Spieß, Stange, Spiere, Baum; auch die Stange die diagonal in das deshalb Sprietsegel genannte Boot egel gesteckt wird um es auszubreiten. Es ist darum schwer zu entscheiden, ob es von spriotan = sprießen oder von sprit an = spreizen kommt; der Bedeutung nach wäre beides möglich. Das französische beaupré ist aus Bugspriet mundgerecht gemacht.  —  Im Niederdeutschen früher bochspreeth und bockspreet, bochspreth; „und syn bochspreth qwam in Klawes Wendes focken tackel to staende. Do lepen twe boesmans (Matrosen) van den unsen int focken tackel und houven eme dat stach und bolynen van synem bochsprete‟... In einer Verklarung am 31. Oktober 1564 zu Bremen abgelegt heißt es:... „erschenen F. W. und be kennet onde getuget, dat vorleden sonnauend den 12. October sick ein storm erhauen, ond sy datsulnige mall J. R. by A. G. sinem schepe hengedreven, ond also he jegen gedachten A. G. schip gekamen, sy J. bochspreeth in A. bachs taken geraket.‟ In einer zweiten Verklarung über denselben Fall heißt es: „doch nichtes des to weniger J. R. mit synem bockspreet in ohre hovettow gedreuen sy.‟ (Schiller und Lübben VI. 26).
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