Stert

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
der, ist ein kurzes Tauende das an einem Block  —  der darum Stertblock heißt  —  befestigt, gesplißt ist und an dem der Block irgendwo, wo er grade gebraucht werden soll, festgebunden werden kann. Einen ähnlichen Stert hat die Ankerboje zum Anfa en, die Leese gel spier zum Befestigen. Stert heißt im Niederdeutschen Schwanz, das althochdeutsche sterz, mundartlich noch heute als Sterz im Gebrauch. Der Ausdruck kommt von der Ähnlichkeit; ein Block mit einem Stert sieht einem kurzen dicken Tier mit einem langen Schwanze ähnlich.  —  Im Mittelniederdeutschen war stert, wie es scheint, ein sehr beliebtes Wort, man wandte es sogar, weniger fein als deutlich, auf Menschen an: „Id syn it like lude, die ore kleidere so kort maken, dat men sie achter in den stert mach syn.‟ Hirsch, Danziger Handelsgeschichte, berichtet aus dem Jahre 1447 von deutschen Seeleuten die den englischen gram waren: „vnd also in tauernen sittende seyden se, se wulden den Engelschen de sterte vor dem er e aff houwen.‟ Im Redentiner Osterspiel von 1464 sagt der Teufel Oberster Lucifer zu seinen Unterteufeln: „De krugerschen myt ere me tappen Unde ok den monnik mit syner cappen. De holdet alle bi deme sterte.‟  —  Im Seebuch (1400) wird stert als Bezeichnung des spitzen Ausläufers eines Sandes, einer Sandbank gebraucht: „Item van den sulven sande strecket eyn stert aff, de het de Speyt‟... „Unde buten der Seynis sal he vinden 55 vadem, unde komet nicht neyer by nachte, umme des stertes willen, wente he strecket verne in de see.‟
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