Tide

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
die, ist  —  vergl. Gezeiten  —  die Zeit von Ebbe und Flut, die Flutzeit, die Flutperiode, die zeitliche Zusammensetzung einer Ebbe und einer Flut; doch wird an der Nordseeküste das Wort so gebraucht, daß man dabei eher geneigt ist, an Flut zu denken als an Ebbe. Soll letztere gemeint sein, so muß das schon be sonders irgendwie angedeutet werden, entweder dadurch, daß man nach Breusing „taube Gezeit‟ oder nach Dornkaat „dode ti‟ (ostfriesisch heißt tide auch tie und ti) sagt, namentlich zu der Zeit, wo der Mond im Viertel steht, während eine tide zur Zeit des Volloder Neum on des spring-tide heißt.  —  Das Wort Tide ist von vielen für englisch gehalten und Teid ausgesprochen worden. Mit Unrecht; denn schon 1400 im Seebuch kommt es als gut deutsches Wort vor, und zwar in den For men tide und tyde. „mit halver tide‟; „en quarter, dordendeel, twedeel tydes‟; „myt ener halven tiden‟; auch in der Mehrzahl: „de tyde van Cal is mains, Engelant.‟ 1588 hat Waghenaer das Wort in drei For men: getijden, ghetijden und tije, auch spricht er der größeren Deutlichkeit halber wohl auch einmal von watergetijde.
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