Reling

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
die. Es ist nicht zu verkennen, daß unsere Krieg chiff eeleute heutzutage unter Reling etwas and eres verstehen als was sie eigentlich ist. Denn sie nennen die ganze Bordwand soweit sie über das Oberdeck hinausragt Reling, während sie eigentlich doch nur ein auf dieser Bordwand aufs it zen des Geländer bedeutet. Es waren auf dieser Bordwand Stützen angebracht, und diese waren mit Riegeln unter einander verbunden, so daß diese Riegel das Geländer bildeten. Riegel heißt nie der deutsch Regel; daher zunächst Regeling und dann nach Schwund des g und Zusammenziehung der beiden e Reling. Roeding (1794) hat eine leicht verständliche Beschreibung: „Regelingen sind lange dünne hölzerne Riegel die von Zeit zu Zeit durch hölzerne Stützen getragen werden, die man Finknetzstützen oder Regeling tützen nennt. Letztere sind auch manchmal von Eisen und beide zus am men genom men bilden ein Geländer um den Bord des Schiffes, welches die Schanzkleidung trägt. Auf Krieg chiffen sind die Finknetzstützen gewöhnlich von Eisen und doppelt; statt der Regelingen scheert man gern einen Leier (Leiter) von hinlänglich starkem Tauwerk durch ein Loch an ihrem oberen Ende. Vom Leier bis zum Bord wird nach innen und außen ein Netz von dünner Lien befestigt, welches das Finknetz heißt. Zwischen beide werden im Gefecht und bei gutem Wetter zum Auslüften die Hangematten des Schiffsvolks gestauet, die eine Art von Brustwehr machen, welche zuletzt mit einer Schanzkleidung von gemaltem Segeltuch oder bloßer Presenning bedeckt wird.‟
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