Heuer
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
die, das Geld, der Lohn den ein Seemann für seine Dienste als Matrose empfängt, auch der Dienst selbst, z. B. Heuer auf einem Dampfer nehmen, sich auf eine Brigg verheuern. Das Wort ist eine Verhochdeutschung des niederdeutschen hür, das Miete in allen hochdeutschen Bedeutungen ist; hüren, mieten, ein Mädchen, eine Wohnung, ein Haus, (in Holland kann man sogar einen Ofen huuren). Im 17. Jahrhundert ist das Wort ins Hochdeutsche auf genom men. Im Teuthonista heißt es huyren. Englisch hire, wie es sich denn in allen german is chen Sprachen und Mundarten findet, oft mit einem i anstatt des ü, so daß eine Ver wan dts chaft mit Heirat, früher Heurath, althochdeutsch hirat nicht unwahrscheinlich ist, (zu eines altdeutschen Mannes Hausgesinde gehörten alle Hausgeno en, die Diener, die Kinder, die Frau) und daß also die auch in Ostfriesland bekannte scherzhafte Redensart der Groninger: „de lange huur ingoan‟, „die lange Miete eingehen‟, für sich verheiraten, einen tieferen Sinn hätte, als die meisten Groninger sich träumen la en.
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