Kambüsenbesteck

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
das. Am Lande haben Köchinnen ihre mil itärischen Freunde manchmal vielleicht nur deshalb weil hie und da einmal etwas Eßbares abfällt. Ganz aus demselben Grunde hat der in der Kambüse sein Wesen treibende Koch seine Freunde unter den Unteroffizieren. Als einst auf hoher See die sämtlichen Mitglieder der Of fiz i erm e e an Wurst ver gif tung erkrankten, zeigten sich nicht nur bei dem Steward und seinen Maaten, sondern auch beim Koch und einigen Bootsmannsmaaten, die mit ihm befreundet waren, diesel ben Ver gif tung sers che i nun gen. So ist denn öfters in den Freizeiten in und bei der Kambüse gemütliche Versammlung in der über dies und jenes, namentlich aber auch über die Fragen, wie groß das Etmal und wie wohl das Mittagsbesteck sein möge, verhandelt wird. Da aber wi enschaftliche Be stim mungs mit tel fehlen, so wird das Besteck „gegißt,‟ (s. gi en). Naturgemäß wird oft „vorbei‟ gegißt und das Besteck ist verkehrt. Darum nennt der Seemann jede falsche Vermutung, jede unrichtige Nachricht ein Kambüsenbesteck.
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