Helling
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
die; eine zum Wa er geneigte Ebene auf einer Werft, auf der ein neues Schiff gebaut wird, geneigt, dam it es, wenn es fertig ist, beim Stapellauf die schiefe Ebene hinab in sein Element gleiten kann. Oft wird Helling auch für Werft selbst gebraucht, da bei ihr sich allerlei Schiffbauvorrichtungen (sie he Last a die) befinden. Kommt von hellen, einer A i mil is at i on vom niederdeutschen helden = hängen, Hang und Neigung haben, neigen, überhängen, eine schräge, abschü ige, schiefe Ebene bilden; althochdeutsch held an, mittelhochdeutsch helden, hellen, altnordisch hall a; althochdeutsch halda, mittelhochdeutsch halde = Halde, Bergeshalde, Bergesabhang; verwandt wohl auch hold und Huld, im Sinne von jemandem geneigt sein. Hierher gehört der Name des Hafens „de Helder‟, Stadt auf der äußersten Spitze von Nor dholl and, deren Bewohner nicht in Helder, sondern „op den Helder‟ wohnen, so daß die Herkunft des Wortes von helder in der allgemeinen Bedeutung „Land das der See zugeneigt ist‟ sich von selbst ergibt. Und zwar ist Helder der sonstigen Bedeutung in Bezug auf die Lage außendeichs, auf den Seeanwuchs, auf die Fruchtbarkeit, genau da elbe wie Groden, nur daß bei helder daran gedacht ist, daß das Neuland nach dem Deich zu ansteigt oder vielmehr nach der See zu abfällt, niedriger ist. Altfriesisch hilde = declivitas agger is, helling der dijk. Im Jahre 1364 bekundet der Pastor Liuppold von Larrelt bei Emden einen Güterkauf: „Sunt autem predia infra script a duo gram in at a in Cornmede, tri a gram in at a in liteka Helum‟ etc. etc., zu gleicher Zeit kommt auch die Form helliken schon vor. Upheldinge hieß mit tel nie der deutsch das Letzte im Faß, die Neige, weil man, wenns aufs Letzte geht, das Faß auf die heldinge = Helling, Neigung, legt. Bremer Wörterbuch: „de Tunne ligt up der Helnge‟; „van der Helnge drinken‟, von dem Rest aus dem Fa e trinken. Uhlenbeck, Gothisches Wörterbuch, vergleicht gothisch hall us, Fels (doch wohl auch im Sinne von Felsabhang) mit dem alt nor disc hen hallr, Berg a bhang, Fels, und setzt beide zu der in do german is chen Wurzel *kel heben, emporragen, so daß die Helling also doch nicht von oben, sondern von unten her den Namen bekommen hätte, nicht von der schief abfallenden, sondern von der schief an ste i gen den Ebene. Aubin 1702: abatre un vai eau = een schip doen hellen om te Kiel-halen, wo also das Auf die sei tene i gen des Schiffs gemeint ist. Kilian hat den weiteren Begriff helling als schepwerf, navale, neben dem Zeitwort helden = incl in are.
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