Hohe See
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
die. 1. Es ist hohe See, es steht hohe See, hei t: die Wellen gehen hoch, das Meer ist sehr bewegt, nicht von kleinen, unruhigen Wellen, die ein frisch aufgekommener Wind erzeugt, sondern von den großen lang dahinrollenden, durch anhaltendes Wehen erzeugten Ozeanwogen. Diese nennt man auch „ Hohle See ‟ namentlich wenn ihr Erzeuger sich bereits gelegt hat; hohl im Sinne einer Höhle, mit der man bei einiger Einbildungskraft und gutem Willen wohl das zwischen zwei hohen Wellenbergen gelegene Wellenthal ver glei chen kann. 2. „Auf hoher See sein‟ wird im Gegensatz zur Küste gesagt, vgl. Höhe 2. Wann die hohe See anfängt, ist nach Seemeilen nicht mathematisch genau zu sagen. Es beruht auf dem Gefühl. Mancher wird erst von Hoher See sprechen, wenn ihm alles Land aus Sicht gekommen ist, was aber der für die Sic her he it verantwortliche Seemann ist, der betrachtet sein Schiff schon als auf Hoher See be find lich, wenn er es so we it vom Lande ab hat, da das Land ihm nicht mehr gefährlich werden kann, da er also ungehindert von irgend einer Küste seinen Kurs absetzen kann.
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