Klüse
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
die. Die Klüsen sind zwei Löcher an jeder Seite des Vor stevens durch die das Ankertau oder jetzt vielmehr die Kette fährt; mit Blei oder Kupfer ausgefüttert, dam it das Wa er nicht zwischen die Inhölzer laufe. — Es lag nahe, diese beiden Löcher mit zwei Nasenlöchern oder auch zwei Augen zu ver glei chen, und dieser Vergleich ist denn auch in ausgiebiger Weise gemacht worden, namentlich in wenig vornehmer Rede, manchmal in recht vulgärer Art, so daß das Wort Klüse einen etwas knotigen Beigeschmack empfangen hat, ähnlich wie Panse, („ich haue Dir eins in die Klüsen‟). Klüse ist die nie der deutsche Form für Klause, althochdeutsch clusa, mittelhochdeutsch kluse = einsamer, abgeschlo ener , (clusum von cludere, clausum von claudere) enger Raum (eines Einsiedlers, Klausners): abgeschlo ener Behälter, Gebirgspaß, Engpaß, („durch diese hohle Ga e muß er kommen‟). Dieser letztere Begriff hat das Wort bei den Seeleuten in Aufnahme gebracht. Es kommt auch, wie (1702) im Niederländischen dafür die Form kluisgaaten bezeugt ist, die Verb in dung klusgat = Klüsenloch vor, was aber ein tau to log is cher und volksetymologischer Verdeutlichungsversuch ist.
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