Jager
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
der, das allervorderste Segel des „Vorgeschirrs‟, am verlängerten Bugspriet, dem Jagerbaum . Früher hießen auf Krieg chiffen die beiden Kanonen, die zuvorderst am Vor steven standen, Jager, weil sie bei der Jagd auf ein feindliches Schiff be sonders gebraucht wurden. Daß gerade das vorderste Segel jetzt Jager heißt, ist sinnreich und bedeutungsvoll dem Namen der beiden Kanonen nachgebildet. Daß dabei wirklich an Jagd im Sinne von „ein Wild jagen‟ gedacht ist und nicht bloß an „schnell fahren‟, beweist ein doppelter Umstand. Einmal der, daß im Niederländischen der Junge, der beim Treideln der Treck schuit das Pferd antreibt, jager heißt, gewöhnlich, weil er noch ein Piccolo ist, „het jagertje‟. Vgl. die Nota beim Teuthonista: „dyt Jagen mach men oick op drijven duytschen.‟ Zum andern aber steckt in dem englischen Wort für Jager, jib, diesel be Ged an ken verb in dung. Altfranzösisch heißt aler gibier, aler en gibier, être en gibier jagen, Vögel jagen; daher das neufranzösische gibier, Wildbret. Gibet, Galgen, soll eigentlich „Strick um den Hals‟ bedeuten, sodaß der Gedanke an eine Vogelschlinge nahe liegt. — Wie ein Jäger in manchen oberdeutschen Dialekten ein „Jächter‟ heißt, so heißt unser Jager auf Wangerooge (die Schreibart mit e am Schlu e ist entgegen der preußischen von Langeoog und Spickeroog die offizielle olden burg is che) jageder.
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