Stapel

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 7
der, ist das Gestell, das Gerüst, die Unterlage von hölzernen Stapelklötzen auf dem der Kiel eines im Bau (oder im Dock) be find lichen Schiffes ruht. Ist das Schiff fertig, so wird es vom Stapel gela en, es läuft vom Stapel, sein Stapellauf findet statt. Zur Erklärung geht man wohl am besten auf das alt fries is che stapul, stapel zurück, das den Block bedeutete, auf dem ein Kopf oder eine Hand abgehauen wurde, den Richt block. Es ist also Stapel die aus der glei chen Stapeln errichtete Unterlage, auf der das Schiff beim Bau aufliegt. Weil nun diese Stapelklötze in gerader, geordneter Reihe liegen, so heißt stapeln etwas z. B. Holz, geordnet hinlegen oder hinsetzen, und zwar nicht bloß in einer Reihe, sondern wenn es die Ordnung erfordert auch auf einen Haufen; daher „ein Vermögen aufstapeln‟, be sonders auch Güter aufstapeln, namentlich gelöschte Ladungen, die aufzunehmen gewi e Städte das Vorrecht vor anderen hatten, das sogenannte Stapelrecht , wie es lange Zeit Emden für die Ems bes aß. Daher niederländisch staapel-plaats (1704 bei Aubin), ein öffentlicher Handelsplatz, wohin die Kaufleute gewi er Gegenden ihre Waren bringen mü en um sie zum Verkauf a us zus tellen. Das Bremer Wörterbuch erklärt stapel mit „Haufe, nämlich ein ordentlicher gelegter Haufe in rich tiger Reihe‟, so wie die Stapelklötze liegen. Das Wort kommt von einem alten Thema stap, von dem das altsächsische Zeitwort stap an = setzen, stellen stammt. Kilian übersetzt stapel mit stabulatio, sedes, statio. Auch sonst kommt das Wort im Mittelniederdeutschen in zahlreichen Bedeutungen vor, z. B. auch in der von „Haublock eines Knochenhauers.‟
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