warschauen

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 8
ist ein an Bord sehr häufig gehörtes, echt seemännisches Wort mit der Bedeutung: jemandem zurufen, daß er sich in Acht nehmen soll vor einer drohenden Gefahr, jemanden erinnern, daß er etwas tun soll, jemanden be nach richt i gen, daß für ihn etwas an der Zeit ist, jemandem mitteilen, daß etwas worauf er gewartet hat nun so we it ist.  —  Das Wort war im Mittelniederdeutschen in häufigem Gebrauch. Livländische Urkunde von 1410: „Darum so willet juwe schipheren unde Koplüde war schuwen, wo dat se segelen.‟ Auch nicht seemännisch, ostfriesische Urkunde von 1413: „Ende waerschuwen ju ende alle gade lude, dat sie sick huden voer dezen eerlosen, treulozen, meynedighen man.‟ Es trat damals noch die Bedeutung mehr hervor die das Wort heute noch in erster Linie im Niederländischen hat, waarschuwen = warnen . So auch negativ, Hamburger Chronik: „Darna is graue Christ offer in Zelant angekamen vngewarschuwet vnde heft dat land gebrantscattet‟, d. h. ohne gewarnt zu haben.  —  Ostfriesisch warschoen, warschoun; saterländisch wars gauje, auf Wangerooge warschaun, nordfriesisch warskauin.  —  Der erste Teil des zusammengesetzten Wortes war ist da elbe wie unser wahr = sicher, gewiß, richtig, wirklich, zuverlä ig, aber mit der Nebenbedeutung „gewahr‟, sichtig, inne, kundig; ostfriesisch: „Ik kan 't net war worden wo 't is‟ ich kann es nicht erfahren, nicht gewahr werden.  —  Der zweite Teil  —  schuwen  — heißt scheuen und scheu machen, scheuchen; warschauen also wörtlich: „jemanden aufscheuchen, daß er einer Sache gewahr wird.‟  —  In dem aus dem Jahre 1673 stammenden höchst seltenen Buche: „Beschriving van der Kunst der Seefahrt, darin durch gewi e Grund-Regulen wert angewiset, wo men en Schip aver See, von dem einen Platse tho dem andern bringen sal, Allen jungen und unerfahrenen See-Lüden tho denst und sünderlicken Nutzen thosamen gebracht und in der Neddersaxschen Sprack beschreven dorch P. V. D. H. Leffhebber der Navigatie. Lübeck, Gedrückt by Seel. Schmalhertzens Erven 1673. Dise Bocken werden von dem Autor mit egender Hand undergeschreven, den Koper thor Naricht, up dat he von den Nadrückers de licht ein Faut hirin begahn möchten nicht achtergahn werde. Werdt verköfft neffens der He rings-Caje in de sphera mundi in Lübeck by‟... nennt der Verfa er das was wir jetzt Vorrede nennen würden „Warschuving an den Leser.‟ Und in dieser Warschuving heißt es wieder: „Ok wen jemand einige Engelsche Gaten wold ein offt uth segelen und einen Engelschen Lotz an Bord hefft, de mag den Lotz wol warschuwen, dat de düdsc he Compas sen mit den Engelschen ein halven Streck verschelen, up dat durch de Pegeling und Korsch nen Fauten begahn werden.‟
Readham'da tam maddeyi gor →