Kambüse
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 4
die, die Schiffsküche. Eigentlich Kabüse und verwandt mit Kabine als eine Weiterbildung von cab. Jetzt steht die Kambüse an irgend einem beliebigen pa enden Orte im Schiffe, aber eigentlich ist sie ein Bretterverschlag an Deck, ein Decksaufbau oder Deckshaus, das früher nicht nur als Küche sondern auch als Schutzund Zufluchtsort für die Matrosen diente, sogar auch als Raum zum Aufbewahren von Vorräten. Niederländisch kabuis und kombu is, wie Hochdeutsch neben Kambüse auch Kombüse vorkommt. Keltisch cab, davon französisch cabinet. Bei Kilian kabuyse = promptuarium, cella promptuaria, plenaria. Exedra in nav i, culina nautic a. Die nasalierende Weiterbildung von Kabüse zu Kambüse entspricht der französischen von cab zu chambre, sowie im Englischen dem Verhältnis von cabin zu chamber. S. Kampanje. Die Lautverschiebung Kambuse-Kombüse hängt mit der niederdeutschen dumpfen und dunklen Au prache des a zusammen, (Korl statt Karl). Das keltische cab bedeutet Bretterverschlag; — üse ist die nie der deutsche Form huse für Haus mit aphäriertem Anlaut, bezw. mit Schwund des a spirier ten Anlautes wegen der Zusammensetzung mit cab. Das Wort hat also ursprünglich cabhus gelautet. Die Zusammensetzung ist um so eher zu begreifen, als die Bedeutung Haus bei cab schon früh nicht mehr gefühlt wurde und man doch recht deutlich sein wollte. Ich werde in dieser Annahme durch die Tatsache bestärkt, daß im Mittelniederdeutschen das Kern haus eines Apfels kabuse hieß.
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