Lloyd

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 5
der. In der ganzen Welt, be sonders in der seemännischen, ist dieser Name bekannt, weil ihn eine ganze Reihe großer Schiffahrtsgesellschaften tragen. Es gibt einen österreichisch-ungarischen, einen ru ischen, einen german is chen Lloyd, einen Lloyd franc a is und vor allen Dingen denken wir an den „Norddeutschen Lloyd.‟ Von Bremerhaven nach Lehe geht es erst durch die „Bürgermeister Smidt-Straße‟, dann durch die „Lloyd str aße‟. Wer Bürgermeister Smidt war, das steht deutlich genug an seinem Denkmal auf dem Bremerhavener Marktplatze zu lesen. Aber wer war Lloyd?  —  Es gab bereits zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts in London eine Matrosenkneipe die „Lloyds coffee-house‟ hieß. Was dieser Mr. Lloyd sonst für ein Mann war wi en wir nicht, aber die Verpflegung bei ihm muß gut gewesen sein, denn es verkehrten nicht bloß Matrosen bei ihm, es fanden sich nach und nach auch Steuerleute, Schiffskapitäne, Makler, Kaufleute, Reeder bei ihm ein. Da gab denn ein Wort das andere, und weil es lauter Leute waren, die mit dem Seewesen zu tun hatten, so kann man sich denken, daß sich die Unterhaltung meist um Schiffe und Schiffahrt gedreht hat. Und be sonders lag ihnen die Schiffsversicherung am Herzen. Aus diesen Besprechungszusammenkünften ent stand 1716 eine Gesellschaft, die nach dem Orte ihres Be is am mense ins den Namen „Lloyds‟ führte und heute noch besteht. Ihre Aufgabe ist: „The collection and diffusion of marine intelligence, the insurance, cla ification, and certification of ve els and the transaction of busine of various kinds connected with shipping.‟ Bei der Übernahme des Wortes ins Deutsche ist das Genetiv-s in Lloyds, das man in England bis heute treu bewahrt hat, verloren gegangen. Dieses vielen schon so be fremd lich vorgekommene s, oft für eine Plural form gehalten, ist als eine Erinnerung an jenes Kaffehaus geschichtlich berechtigt.
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