Dock

Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 3
das, ist ein ausgegrabener und mit Quadersteinen ausgemauerter Raum, in dem ein Schiff ausgebe ert wird. Wenn das zu dockende Schiff in diesen Raum hineingefahren ist, wird das Dock hinter ihm mit einem Ponton abgesperrt und das Wa er wird mit einer Dampfpumpe ausgepumpt. Je mehr das Schiff dadurch trocken fällt, des to mehr wird es von beiden Seiten mit Balken abgestützt bis es schließlich ganz trocken dasteht. Doch heißt nicht deswegen solch ein Dock Trocken dock, sondern weil es im Gegensatz zu einem Schwimmdock (s. d.) auf dem Trockenen angelegt ist. Docken heißt ein Schiff ausbe ern; „das Schiff wird gedockt‟, man kann aber auch sagen „das Schiff dockt‟, wie man sagt das Schiff „löscht‟.  — Kilian hat eine nie der deutsche Form docke für Renne, Wa errinne. Dem entsprechend leitet Grimm Dock vom it alien is chen doccia, französisch douche, spanisch ducha = Wa erröhre, Wa errinne, ab. Und diese gehen entweder auf das late in is che (aquae) duct us oder auf das griechische doc he, dochos, docheion = Gefäß, Behälter zurück.  —  Im Englischen heißt dockyard Werft, dock allein meist in der Mehrzahl docks wird auch gebraucht für einen Liegeplatz von Schiffen. Da wo mir das Wort im seemännischen Sinne zuerst begegnet ist, bei Aubin 1702, wird es neben Dock in unserem Sinne auch als Ankerplatz oder Liegeplatz gebraucht. Es übersetzt nämlich Aubin das niederländische dok mit chambre, ba in, darsine und paradis. Er bemerkt dazu: „C'est la partie d'un port de mer la plus avancée dans la ville. Elle sert à retenir les galéres et autres bâtiments de mer, et est fermée d'une chaine. Elle est apellée Darsine sur la Méditerranée; mais sur l'Océan on apelle Paradis, Ba in, Chambre, les lieux retirez du port, oú les vai eaux sont en plus grande seureté.‟ Vorher hat er aber auch diesel ben Namen ba in, chambre und Darsine angewandt auf „un petit port particulier pratiqué dans un plus grand, oú l'on radoube les vai eaux. Il ya de deux sortes de ba ins; les uns qu'on peut toujours tenir secs, parce qu'on les fer me avec des portes; les autres qui sont ouverts, et dont le fond étant toujours mou et bourbeux, se remplit d'eau quand le flot monte, et se vuide quand la mer descend.‟ Im Jahre 1794 scheint es in Deutschland noch keine Docks gegeben zu haben, wenigstens weiß Röding von keinen zu be rich ten, da er doch schreibt: „Die neuerbauten Docken zu Karlscrona und Kronstadt, wovon die erste in einen Fels gehauen ist, sind unstreitig die musterhaftesten, auch sind die französischen in den Häfen zu Toulon, Brest und Rochefort und nicht minder die englischen merkwürdig. In Spanien, Portugal und Dänemark sind die Docken ebenfalls auf ähnliche Weise eingerichtet.‟  —  Im Jahre 1850 mußte das erste, neueingerichtete Schiffsjungenschulschiff „Mercur‟ in Karlskrona docken. —  Mehrzahl: die Docks .
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