Bergen
Etymologisches Wörterbuch der deutschen Seemannssprache · 1882 · p. 2
Am häufigsten findet sich im seemännischen Gebrauch die Wendung „Segel bergen‟, ein Kommando das immer ertönt, wenn die Segel „eingezogen‟ d. h. festgemacht werden sollen. Daneben spricht man vom Bergen einer Ladung bei gestrandetem oder sonst gefährdetem Schiffe, man sagt auch „sich bergen‟. Der gemeinschaftliche Begriff ist: in Sic her he it bringen, und zwar ist, da dem Stamme bhergh die Bedeutung „hoch, Anhöhe‟ beiwohnt, der ursprüngliche Sinn ohne Weiteres klar: sich vor einer Flut, einer Überschwemmung oder sonstigen Gefahr auf einen Berg (womöglich in eine Burg) begeben und so in Sic her he it bringen. Nur bei „Segel bergen‟ hat sich die Bedeutung so we it verflacht, daß es, auch wenn kein Sturm naht und kein Segel in Gefahr steht weggeri en zu werden, sondern auch beim Segelmanöver im Hafen und bei gutem Wetter gesagt wird. Eigentlich nur noch bei Seeleuten übrig, die andern sagen jetzt ver bergen und haben noch den Begriff des heimlichen, des Versteckens hinzugetan. Althochdeutsch pergan (gothisch bairgan) angelsächsisch be organ, niederländisch bargen. Vergl. Herberge, althochdeutsch her i berg a, Ort wo ein Heer geschützt lagern kann. Die älteste Bedeutung des jetzt so fried lichen Wortes ist also kriegerisch; italienisch albergo, altspanisch, neuspanisch und portugiesisch albergue, altfranzösisch herberc, neufranzösisch auberge. In alten Zeiten hatte man vielfach „Freiberge‟ (woher die zahlreichen Städtenamen), Berge wohin ein Verfolgter fliehen konnte und wo er eine Zeit lang unverletzlich war. Es gab in Eiderstedt und Dithmarsen Freyberge, davon 3 in Eiderstedt, einer bei jedem Gericht, „wo ein Mi etäter auf drei Tage sich frei und sicher bergen konnte.‟ Daher die Türme auf den Höfen mittelalterlicher Burgen Bergfriede, rich tiger Bergfriete, Bergfreite. Und was jetzt bei uns Friedhof heißt, müßte Frith of = Freithof geschrieben werden.
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